Bayern München – VfB Stuttgart 2:1 (2:1)

    Bundesliga 13. Spieltag 06/07: FC Bayern München – VfB Stuttgart 2:1 (2:1)

Eine lang vermisste Zufriedenheit macht sich heute breit, denn der FC Bayern hat zum ersten Mal in dieser Saison zwei Spiele hintereinander gewonnen. Eine schöne und schnelle Partie von war das heute in der Allianz Arena – allerdings nur in der ersten Hälfte.

Die Münchener von Beginn an mit erkennbar größeren Siegeswillen, wurden mit einem schön heraus gespielten Konter kalt erwischt, erhöhten aber umgehend den Druck und drehten, wie schon gegen Leverkusen, aufgrund der höheren Kampf- und Laufbereitschaft durch Treffer von Makaay und Pizarro das Spiel.

Stuttgart mit mehr Engagement in der vom Spielniveau her deutlich schwächeren zweiten Halbzeit. Der Rekordmeister agierte zurückgezogen, konzentrierte sich darauf, den Vorsprung über die Zeit zu retten und den entscheidenden Konter zu setzen. Der Ausgleichstreffer blieb den Gästen aber verwehrt, da Stuttgart im Spiel nach vorne nicht zwingend genug war um die gut stehende Bayern Defensive in Verlegenheit zu bringen. Einzig erwähnenswertes aus bayrischer Sicht in Halbzeit zwei je eine Chance für Salihamidzic und Van Bommel, sowie die Einwechslung von Sebastian Deisler, nach achtmonatiger Verletzungspause, zwanzig Sekunden vor dem Abpfiff.

Bayern also wiederholt mit Moral und Comeback-Qualitäten in der Liga, hält mit dem verdienten Sieg über die zuletzt hoch gelobten jungen Stuttgarter den Anschluss an die an den neuen Tabellenführer Schlacke Schalke 04, dem siebten in dieser Saison. Stuttgart jetzt mit der ersten Niederlage seit dem dritten Spieltag zwei Punkte dahinter auf Platz 3.

Einsatz statt System

Felix Magath schien nach dem knappen 3:2 Sieg in Leverkusen gut gelaunt zu sein. „Wir, der FC Bayern, kommen zurück und sind auf dem Weg, die Alten zu werden“, sagte der Bayern-Trainer. Er sprach damit die seit langem vermisste Fähigkeit an, ein verloren geglaubtes Spiel doch noch wenden zu können.

Die Grundvoraussetzung dafür – Einsatz, Leidenschaft und Moral – hatte die Mannschaft beim letzten Auswärtsspiel auf Schalke noch angedeutet, dann aber gegen Hannover 96 gänzlich vermissen lassen. Das es gegen Leverkusen dann doch noch gelungen ist, nach einem Rückstand in der 80. Minute das typische Phlegma abzuschütteln und binnen drei Minuten die Partie zu drehen, gibt etwas Hoffnung für die kommenden Aufgaben. Die Mannschaft zeigte Reaktion und scheint intakt zu sein.

Wie schon öfter erwähnt, ist diese Saison mit dem aktuellen Kader IMHO nur etwas zu bewegen, wenn sich die Mannschaft 100%ig einbringt, den Zweikämpfen auf dem Platz stellt, Laufbereitschaft, sowie dem Gegner die typisch einschüchternde – selbstbewusste statt selbstverliebte – „Bayern Arroganz“ zeigt. Ganz nach dem Motto: „Ihr könnt spielen wie ihr wollt – wir gewinnen sowieso!“.

Doch bei aller Freude über die späten 3 Punkte und den Ausrutscher der Norddeutschen: Der Sieg in den Schlussminuten war ein gewaltiger Kraftakt. Spielerische Leichtigkeit oder sogar „Spaßfussball“ (Rummenigge) war nicht im Ansatz zu erkennen. Die „Schwachstelle“ im zentralen Offensiven Mittelfeld wurde von Magath mit Schweinsteiger besetzt, der sich dort aber über die gesamte Spielzeit hinweg schwach präsentierte (Kicker Note 4,5). Aber noch schlimmer: Die Mannschaft verfiel von Beginn der zweiten Hälfte an bis zum Rückstand, in diesen merkwürdigen, lethargischen Zustand, dem Sie beispielsweise diese miese erste halbe Stunde auf Schalke, oder weite Strecken des Spiel gegen Wolfsburg zu „verdanken“ hatte.

Diesen „Dämmerzustand“ gilt es in Zukunft zu vermeiden, am besten schon am Samstag gegen den auswärtsstarken Tabellenführer und Magaths Ex-Verein VfB Stuttgart, sonst setzt es die nächste Saison- bzw. Heimniederlage. Damit wäre es dann keine 9 Punkte, wie letztes Wochenende befürchtet, sondern „nur“ sieben, aber auch das wären (für die bayrische Fußballseele) sieben zuviel.

Bayern München – Hannover 96 0:1 (0:0)

Grau-en-haft. Einfach nur grauenhaft, peinlich und deprimierend zuhause gegen Hannover 96 zu verlieren, vor allem in dieser unterirdischen Art und Weise. Diese Saison – und da lege ich mich jetzt einmal fest – ist der FC Bayern einfach nicht in der Lage gegen die vermeintlich „Kleinen“ zu gewinnen.

Genau genommen ist es für die Gegner noch nie so einfach gewesen gegen München zu gewinnen, denn die Mannschaft spielt ohne jegliche Inspiration, produziert einfach zu viele (stellenweise peinliche) Fehlpässe und strahlt überhaupt keine Torgefahr aus. Der aktuelle Kader kann offensichtlich die Abgänge von Ze Roberto, Michael Ballack sowie den Ausfall von Owen Hargreaves nicht verkraften. Ottl und Schweinsteiger fehlt es an Konstanz, Karimi bleibt weiterhin den Beweis seiner Klasse schuldig und auffällig unauffällig. Van Bommel war heute mit nur 32% gewonnen Zweikämpfen der schlechteste im unansehnlich aufspielenden Mittelfeld. Das wieder einmal der alte Mehmet Scholl eingewechselt wurde um die Wende zu bringen, ist bezeichnend für den momentanen Mangel an Alternativen. Es fehlt an Kreativität und Bewegung an allen Ecken und Enden. Besonders fürchterlich: Über die gesamte Spielzeit hinweg gab es keine einzige wirklich herausgespielte Torchance – ein Phänomen das diese Saison öfter zu bewundern ist.

Mit der vierten Saisonniederlage am 11. Spieltag muss sich die Mannschaft, Trainer und auch die Chefetage genauestens überlegen, wie sie auf diese kümmerlichen Leistungen in der Bundesliga reagiert. Felix Magath muss, wie schon einmal von mir erwähnt, gehörig Überstunden machen um der Mannschaft eine zumindest erkennbare Lauf- und Kampfbereitschaft einzuimpfen, ansonsten sollten wir uns am besten heute schon für den UI-Cup anmelden um uns in der Sommerpause mit den Mannschaften aus Weißrussland oder Kasachstan zu messen.

Bayern München – Hannover 96 – Erste Hälfte

Lethargisch, pomadig und träge…inzwischen gehen mir so langsam die Adjektive aus um die Spielweise des FC Bayern zu beschreiben. Das gesamte Mittelfeld ist wieder einmal ein Komplettausfall, und wie so oft liegt das nicht an der gegnerischen Defensive sondern an der eigenen Faulheit. Insbesondere Van Bommel scheint sich heute einen ruhigen Abend auf dem Spielfeld zu gönnen, indem er vorzugsweise über den Platz geht, anstatt zu rennen.
Das der Spielbeginn verschlafen wird, ist leider nichts Neues – dass es jedoch diese Saison nicht einmal dafür reicht um den Tabellenletzten in seine Schranken zu weisen ist für mich erschreckend. Demichelis´ Fehler, an der Außenlinie der kurz vor dem Halbzeitpfiff zum Gegentor führte passt zur heutigen, äußerst dürftigen Präsentation.

2:2 Remis auf Schalke

Was war das für eine desolate erste Halbzeit des FC Bayern? Genau wie gegen Werder Bremen hat die Mannschaft die ersten dreißig Minuten komplett verschlafen und präsentierte sich harmlos, lethargisch und uninspiriert.

Schalke hingegen präsentierte sich nach den vielen Diskussionen um Trainer Mirko Slomka und dem großen Schweigen, von Beginn an engagiert und selbstbewusst und ging verdientermaßen nach schönen Treffern von Lövenkrands und Kobiashvili innerhalb der ersten 20 Minuten verdientermaßen mit 2:0 in Führung. Die Bayern waren bis dahin überhaupt nicht auf dem Platz wahrzunehmen, standen zu weit Weg von ihren Gegenspielern und hätten sich auch nicht beschweren dürfen, wenn es nach einer halben Stunde drei oder vier zu null gestanden hätte.

Erst nach dem 0:2 wachten die Bayern endlich auf und erarbeiteten sich erste Spielanteile. Das Makaays Tor in der 34. wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt wurde, war eben Pech, doch schließlich schaffte Ottl kurz vor dem Halbzeitpfiff den Anschlusstreffer.

Nach der Pause dann ungekehrte Verhältnisse: Bayern spielte entschlossener und souveräner – Schalke entglitt die Partie, verunsichert und unkonzentriert präsentierten Sie sich zu Beginn der zweiten Hälfte. Folgerichtig dann der Ausgleich von Makaay in der 52. Danach weiterhin gute zwanzig Minuten der Bayern, allerdings ohne wirklich gefährlich vor das Schalker Tor zu kommen. Danach verflachte das Spiel, da sich beide Mannschaften mit dem leistungsgerechten Unentschieden zufrieden gaben.

Nun, inzwischen sind meine Ansprüche an diese Bayern-Mannschaft so niedrig, das ich nach den letzten Auswärtsniederlagen, mit dem einem Punkt aus Gelsenkirchen sehr gut leben kann. Außerdem hat die Mannschaft Moral gezeigt und ist nach einem Zwei-Tore Rückstand wiedergekommen, allerdings kann das auf Dauer nicht der Anspruch in der Bundesliga sein. Obwohl, bei dem aktuellen Kader muss man wirklich dankbar für jeden Punkt sein. Schalke hingegen hat es nicht geschaft einen am Boden liegenden Konkurrenten entscheidend auszuknocken und damit für einige Zeit Ruhe im eigenen Lager zu Sorgen. So wirklich zufrieden sind nach diesem Spiel wohl nur die Bremer, denen das Unentschieden der beiden Konkurrenten am meisten nützt.

Pizarros Schuss ins Abseits

Bayern hat trotz schlechter Chancenverwertung mit dem 2:0 den erwarteten Pflichtsieg gegen überraschend verunsichert wirkende Frankfurter geholt. Soll erfüllt und volle Konzentration auf das Spiel gegen Sporting Lissabon könnte man sich jetzt eigentlich denken. Aber nur eigentlich, denn was sich Pizarro nach dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Meyer geleistet hat, verdient eine genauere Betrachtung.

Nicht nur das der Peruaner über die gesamte Spielzeit hinweg vorne die Bälle verstolperte, er wirkte auch irgendwie übermotiviert und eigensinnig, dazu ließ er auch noch einige brauchbare Chancen aus, um aus dem Spiel heraus sein Tor zu schießen. Die dem Elfmeter vorausgehende Schwalbe und der folgende Fehlschuss war nur die „Krönung“ dieses Nachmittags.

Ich möchte zu gerne wissen was Felix Magath und der etatmäßiger 11m-Schütze Roy Makaay, sowie die gesamte Mannschaft zu ihm in der Kabine bzw. nach dem Spiel gesagt haben. Solch ein egoistisches Verhalten schadet nicht nur der Stimmung innerhalb der Mannschaft immens, sie ist ein weiterer peinlicher Eintrag in der Personalakte des zur Grosspurigkeit neigenden Claudio.

Besonders lobenswert am Samtag: Roy Makaay. Der Torjäger stellte sich in den Dienst der Mannschaft und war sich nicht zu schade mehr als jeder andere Bayernspieler auf dem Platz zu laufen. Auch Abseits des Fußballs präsentiert sich der Holländer meist als höflich, bescheiden und ohne jegliches affektiertes Stargehabe. Das kommt an bei den Fans, der Mannschaft und der Chefetage.

Falls Pizarro wirklich einen neuen Vertrag in München haben möchte, sollte er sich ein Beispiel an ihm nehmen und zwar schleunigst. Ansonsten sollte sich der FC Bayern bereits heute schon nach neuen Stürmern umsehen.

Bremer Sieg gegen die bayrische Ideenlosigkeit

So langsam könnte ich mich an die zwei Gesichter des FCB gewöhnen: Wenn Bayern unter der Woche in der Champions League einen Sieg einfährt bedeutet das für das Spiel am Wochenende und damit auch für das Punktekonto in der Bundesliga, nichts Gutes. Glückliches 2:1 in Bochum, 1:2 in Bielefeld, 0:1 in Wolfsburg, und jetzt 1:3 in Bremen – so lautet die magere Auswärtsbilanz dieses Jahr.

Keine Frage: In Bremen kann man verlieren. Aber die Art und Weise wie sich die Mannschaft bis zum 2:0 durch Womé präsentiert hat, ist mehr als besorgniserregend. Die Bremen haben Selbstbewusstsein ausgestrahlt – vor und während des Spiels – haben vor allem in der ersten Halbzeit spielerisch und kämpferisch überzeugt und dann in der zweiten Halbzeit die Führung souverän über die Zeit gebracht. Alles Fähigkeiten die einst mal den FC Bayern München auszeichneten.

Bremen hat gezeigt woran es in München hapert: Neue Spieler wie Diego, Womé, Mertesacker und Fritz wurden bereits im ersten drittel der Saison erfolgreich in die Mannschaft integriert. Die Mannschaft hat zu einem systematischen Spiel gefunden, das auch mit einem Klose mit temporärer Ladehemmung und einem verletzten Borowski bereits 21 Torerfolge feiern konnte. Thorsten Frings ist als zentraler Mann im Mittelfeld das Bindeglied von Offensive und Defensive. Antreiber und Abräumer in Personalunion mit einem begnadeten Diego als Offensivwaffe. Die Mannschaft hat Struktur und wirkt bereits nach dem 8. Spieltag sehr gefestigt und selbstbewusst.

Anders dagegen der FC Bayern: Die Abwehr mit Lahm, Lucio, Van Buyten und Sagnol nominell sehr gut besetzte Abwehr hat mehr Löcher als ein Schweizer Käse. Das Mittelfeld mit Schweinsteiger, Ottl, Van Bommel und Salihamidzic gleicht einem Hühnerhaufen. Torchancen sind meist das Ergebnis von Zufallsprodukten. Eine überraschende Idee oder einen roten Faden im Spiel nach vorne, sucht man vergebens. Deswegen hängt auch der Sturm bisher meistens in der Luft, unabhängig davon ob eine Podolski spielt oder nicht. Wer soll denn die Stürmer in Szene setzen, wenn das Mittelfeld komplett versagt?

Wie schon mehrmals erwähnt gibt es im bayrischen Kader keine Alternativen um den Rückstand auf Bremen zu kompensieren. Ich würde jetzt nicht soweit gehen wie Willy Sagnol, der die Hinrunde bereits abgeschrieben hat und darauf hofft sich in der Winterpause einspielen zu können, aber spätestens in der Winterpause muss dringend im Mittelfeld noch in Form von ein- bis zwei Spielern nachgelegt werden. Ansonsten werden wir in dieser Saison nicht nur von Bremen den Schneid abkaufen lassen, sondern sehen aus bei unseren Auftritten in Mainz, in Aachen und in Cottbus ganz ganz schlecht aus – und das nicht nur am Ende der Champions League-Wochen.

Undercover

…gehts in ein paar Stunden in die schöne Hansestadt Hamburg. Am Samstag werde ich in der AOL Arena zum ersten mal ein HSV-Heimspiel erleben. Da jeder bessere Fans hat als wir, glaube ich jetzt schon das es toll wird. Und Hamburg gewinnt am Samstag 3:1 gegen Schlacke04. Einfach so. :)

Bayrische Phantomschmerzen

Die Aussicht auf das jetzige Wochenende ohne Bundesligaspieltag sollte einen Bayern-Grantler wie mich ja eigentlich beruhigen, denn keine Bundesligaspiele am Wochenende, bedeuten auch keinen Grottenkick des FC Bayern München, den ich aufgrund der spielerischen Armut nur unter Schmerzen ertragen könnte. Doch trotz Länderspielpause fühle ich die typisch sonntäglichen Nachschmerzen.

Es sind die Nachwirkungen der 0:1 Niederlage in Wolfsburg. Der Auftritt des Rekordmeisters letzte Woche war dermaßen schlecht, dass ich mir heute noch beim Anblick der plan- und ideenlosen Spielzüge aus der zweiten Halbzeit, wenig mehr als ein Kopfschütteln übrig bleibt.

Das wahrhaft beängstigende bei diesem Ballgeschiebe war nicht mal das Ergebnis an sich, sondern die bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison deutlich erkennbare Tendenz dass wir uns gegen sehr defensiv eingestellte Gegner, schwerer tun werden als die Jahre zuvor. Die Schuld allerdings gleich bei den Stürmern zu suchen ist allerdings ein Holzweg, denn es liegt ja nicht daran, dass die Angreifer reihenweise Chancen vergeben würden – wir schaffen es nicht einmal, uns überhaupt Einschussmöglichkeiten zu erarbeiten!

Nun war es die letzten Jahre auch nicht so, das man solche Mannschaften regelmäßig mit schnellem, gradlinigem Spiel nach vorne zerlegte, doch immer produzierte das Mittelfeld genug Torchancen für einen Elber, Pizarro, Makaay oder eben Michael Ballack um mit 1:0 in Führung zu gehen. Gerade letztgenannter hat sich auch dadurch hervorgetan, dass er oft das wichtige 1:0 gemacht hat. Somit musste der Gegner dann aufmachen und die Bayern hatten Platz für ihre Konter.

Momentan haben wir aber weder einen Ballack, noch einen anderen Spielmacher der uns durch ein- oder zwei lichte Momente in Führung bringen könnte. Das offensive Mittelfeld des FCB ist, genau wie übrigens die rechte Außenbahn, spielerisches Brachland.

Spieler wie Roque Santa Cruz, Owen Hargreaves und Ali Karimi in der Zentrale sowie Mark van Bommel und Hasan Salihamidzic auf dem rechten Flügel erfüllen die Anforderungen an diese Positionen bisher nur leidlich. Was sich Trainer Felix Magath bei seiner wöchentlichen Mannschaftsaufstellung denkt, wird wohl vorerst sein Geheimnis bleiben, denn ein Spielmacher wird Roque Santa Cruz in diesem Fußballerleben nicht mehr, Van Bommel ist eigentlich im zentralen Mittelfeld zuhause und Brazzo hat seinen Leistungszenit bereits schon einige Jahre hinter sich. Leider.

Bei einem Blick auf die Offensivalternativen im Kader könnte Magath einem aber auch fast schon Leid tun. Außer einem in Würde alternden (bald 36jährigen) Mehmet Scholl und einem jungen Spielmacher ohne jegliche Spielpraxis Julio dos Santos, bleibt da nur ein psychisch wie physisch anfälliger Sebastian Deisler.

Wie sollte sich so eine Mannschaft, fast gänzlich ohne Spielkultur, Torchancen herausspielen können, wenn der Gegner nur VfL Wolfsmauer, Aachener Steilwand oder Beton Bielefeld heißt? Durch Einsatz, Kampf und Motivation – genau das, was diese Mannschaft gegen die Weltauswahl von Inter Mailand gezeigt hat. Diese Motivation und Konzentration muss gerade in dieser schwierigen Saison des Umbruchs auch gegen die kleinen grauen Mäuse aus der Bundesliga gelingen. Dies der aktuellen Mannschaft einzuimpfen, ist momentan die essentielle Aufgabe des Trainers Felix Magath. Sollte er daran scheitern, wird ihn auch sein langfristiger Vertrag nicht vor dem Rausschmiss schützen.

Bayern patzt in Wolfsburg

Tja, wer hätte heute vor dem Spiel auch nur einen Pfifferling auf Wolfsburg gesetzt?

Das tragisch-komische an der Niederlage heute: Irgendwie haben es alle kommen sehen. Oliver Kahn schien schon nach dem Sieg gegen Inter etwas zu ahnen: „Ich bewerte den Sieg nur dann hoch, wenn wir es jetzt schaffen, am Samstag in Wolfsburg zu gewinnen. Dann haben wir in dieser Woche etwas Großes geleistet.“ Er sollte leider Recht bekommen und damit sollte die Woche auch genauso schrecklich enden wie Sie mit dem Grottenkick gegen Aachen begonnen hatte.

Anstatt den Schwung aus Mailand mit in den grauen Bundesligaalltag gegen den VfL Wolfsburg zu retten, zeigte der FCB einen ideenlosen und blutarmen Auftritt beim Tabellenletzten aus Niedersachsen. Zu keinem Zeitpunkt des Spiels hatte ich den Eindruck, dass wir heute gegen den VfL gewinnen können und das obwohl die wolfsburger Trümmertruppe gerade mal zwei Tore in bisherigen Saison erzielt hatte.

So kam alles wie es kommen musste: Mit der ersten und einzigen Torchance traf Unsympath Mike Hanke seit gefühlten 1000 Tagen mal wieder ins Tor und fügte damit dem FC Bayern die zweite Auswärtspleite der Saison zu, die keineswegs unverdient war.

Warum ließ Magath auch dieselbe Mannschaft wie am Mittwoch antreten? Wäre es zuviel verlangt Dos Santos, Scholl oder Karimi von Anfang an zu bringen? Und warum wird denn bitte ein Santa Cruz vor einem Podolski eingewechselt? Es bleibt zu hoffen dass sich Felix Magath _irgendetwas_ dabei gedacht hat.

Anyway: Wer so uninspiriert, unkonzentriert, willen- und lustlos auf dem Feld steht, wie der deutsche Rekordmeister darf sich am Ende nicht wundern, wenn er mit leeren Händen wieder nachhause fährt. 0,0 Torchancen gegen einen 45 Minuten konsequent mauernden Gegner sind für einen FC Bayern ein einziges Armutszeugnis.