Bremer Sieg gegen die bayrische Ideenlosigkeit

So langsam könnte ich mich an die zwei Gesichter des FCB gewöhnen: Wenn Bayern unter der Woche in der Champions League einen Sieg einfährt bedeutet das für das Spiel am Wochenende und damit auch für das Punktekonto in der Bundesliga, nichts Gutes. Glückliches 2:1 in Bochum, 1:2 in Bielefeld, 0:1 in Wolfsburg, und jetzt 1:3 in Bremen – so lautet die magere Auswärtsbilanz dieses Jahr.

Keine Frage: In Bremen kann man verlieren. Aber die Art und Weise wie sich die Mannschaft bis zum 2:0 durch Womé präsentiert hat, ist mehr als besorgniserregend. Die Bremen haben Selbstbewusstsein ausgestrahlt – vor und während des Spiels – haben vor allem in der ersten Halbzeit spielerisch und kämpferisch überzeugt und dann in der zweiten Halbzeit die Führung souverän über die Zeit gebracht. Alles Fähigkeiten die einst mal den FC Bayern München auszeichneten.

Bremen hat gezeigt woran es in München hapert: Neue Spieler wie Diego, Womé, Mertesacker und Fritz wurden bereits im ersten drittel der Saison erfolgreich in die Mannschaft integriert. Die Mannschaft hat zu einem systematischen Spiel gefunden, das auch mit einem Klose mit temporärer Ladehemmung und einem verletzten Borowski bereits 21 Torerfolge feiern konnte. Thorsten Frings ist als zentraler Mann im Mittelfeld das Bindeglied von Offensive und Defensive. Antreiber und Abräumer in Personalunion mit einem begnadeten Diego als Offensivwaffe. Die Mannschaft hat Struktur und wirkt bereits nach dem 8. Spieltag sehr gefestigt und selbstbewusst.

Anders dagegen der FC Bayern: Die Abwehr mit Lahm, Lucio, Van Buyten und Sagnol nominell sehr gut besetzte Abwehr hat mehr Löcher als ein Schweizer Käse. Das Mittelfeld mit Schweinsteiger, Ottl, Van Bommel und Salihamidzic gleicht einem Hühnerhaufen. Torchancen sind meist das Ergebnis von Zufallsprodukten. Eine überraschende Idee oder einen roten Faden im Spiel nach vorne, sucht man vergebens. Deswegen hängt auch der Sturm bisher meistens in der Luft, unabhängig davon ob eine Podolski spielt oder nicht. Wer soll denn die Stürmer in Szene setzen, wenn das Mittelfeld komplett versagt?

Wie schon mehrmals erwähnt gibt es im bayrischen Kader keine Alternativen um den Rückstand auf Bremen zu kompensieren. Ich würde jetzt nicht soweit gehen wie Willy Sagnol, der die Hinrunde bereits abgeschrieben hat und darauf hofft sich in der Winterpause einspielen zu können, aber spätestens in der Winterpause muss dringend im Mittelfeld noch in Form von ein- bis zwei Spielern nachgelegt werden. Ansonsten werden wir in dieser Saison nicht nur von Bremen den Schneid abkaufen lassen, sondern sehen aus bei unseren Auftritten in Mainz, in Aachen und in Cottbus ganz ganz schlecht aus – und das nicht nur am Ende der Champions League-Wochen.

4 Gedanken zu “Bremer Sieg gegen die bayrische Ideenlosigkeit

  1. Leugnen hilft uns ja auch nicht weiter, Stefan. :-) Hoeneß und Magath tun das ja schon zu genüge. Helfen würde uns nur ein echter Spielmacher und ein echter Flügelflitzer.

  2. Leugnen hilft uns ja auch nicht weiter, Stefan. :-) Hoeneß und Magath tun das ja schon zu genüge. Helfen würde uns nur ein echter Spielmacher und ein echter Flügelflitzer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *