Fehlpass – Folge #30 (WM-Special #3: Arrivederci)

Der dritte Podcast während der laufenden WM 2010 in Südafrika. Diesmal reden wir unter anderem in aufgelöster Freitagsstimmung über die Rückkehr von Michael Ballack nach Leverkusen, den Wechsel von Horst Heldt nach Schalke, den knappen Sieg gegen Ghana, das kommende Achtelfinale gegen England und das Ausscheiden des Weltmeisters Italien.

Habt Spaß!

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Champions League 08/09 – Achtelfinale Rückspiele
FC Bayern München – Sporting Lissabon 7:1 (4:1)

UN-FASS-LICH! (=Unglaublich! + Unfassbar!)

7 (In Worten: Sieben!) zu eins in der CL KO-Runde zu gewinnen, ist etwas was ich bisher niemals erlebt und ehrlich gesagt auch niemals erhofft hätte.

Denn eigentlich sind die Gegner in der Königsklasse keine Berufsblinden, sondern haben es – durch Siege in der einheimischen Liga – bis in den besten europäischen Wettbewerb geschafft – und dort auch noch die erste Gruppenphase überstanden. Können also eigentlich nicht alles Flaschen sein. Dachte ich zumindest immer. Bis gestern.

Sporting ist eben mit wenig Motivation auf den Rasen gelaufen und nach dem schnellen Gegentor von Podolski haben sie das Spiel gänzlich abgeschenkt. Bayern war die klar aktivere Mannschaft, ohne allerdings groß zu glänzen, gegen einen Gegner, der nach 10 Minuten nicht mehr so ganz bei der Sache war. Trotzdem: Die Buden muß man erst mal machen. Die Einstellung hat gestimmt.

Zu Beginn der HZ2 kamen dann Sosa und Breno auf den Rasen, konnten aber überhaupt keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eher ganz im Gegenteil: Vor allem Sosa empfahl sich erneut mit Nachdruck für eine Ausleihe bzw. für einen Verkauf, in dem er massig Fehlpässe spielte.

Alles in allem ein ordentlicher Auftritt, das Spiel nach vorne hat gestimmt, nur die Abwehr schien die Aufgabe nicht gänzlich ernst zu nehmen, aber irgendwie ist das auch nachvollziehbar, vor allem wenn es schon 8 oder 9:1 im Gesamten steht.

Lissabon blieb in beiden Spielen alles schuldig, war überhaupt kein Maßstab für unsere Stärke. Es fällt mir dadurch schwer, uns unter den verbleibenden acht Mannschaften im Viertelfinale einzuordnen.

Diese Peilung gibts erst im Viertelfinale, dann hoffentlich mal gegen einen echten Kracher. Obwohl, dann ist die Gefahr eines Ausscheidens wieder so hoch… Hm…. knifflig :)

Champions League 08/09 – Achtelfinale Hinspiel
Sporting Lissabon – FC Bayern München 0:5 (0:1)

Nicht. Zu. Fassen.

Da erwartet man so etwas wie eine Trauerfeier und dann wird am Ende eine große Party daraus. Ein 5:0 (!) Auswärtssieg ist schon eine Duftmarke, die auch einige andere Mannschaften im Wettbewerb aufmerksam machen wird.

Dabei sah es in den ersten 35 Minuten ÜBERHAUPT nicht nach so einem Spaziergang – der es dann in der zweiten Hälfte letztlich geworden ist – aus.

Die Verunsicherung aus der Liga schien auch mit nach Lissabon geflogen zu sein, zaghaft, unkoordiniert und hektisch wirkten die Bayern in der Anfangsphase. Klose und Toni kaum zu sehen, Ribery gelang nicht viel und Schweinsteiger war zwar auf dem Spielbericht, aber nicht auf dem Platz zu sehen.

In der Defensive leistete sich Demichelis einige Aussetzer, von denen glücklicherweise keiner zu einem Gegentor führte, allerdings musste Lahm nach einer miserablen Abwehraktion, im eigenen Tor stehend, seine Mannschaft mit dem Kopf vor dem Rückstand bewahren.

Lissabon wirkte ebenfalls fahrig in der Offensive, leistete sich aber im Gegensatz zu den Gästen keine Aussetzer in der Verteidigung, so dass die Führung kurz vor der Pause durch Ribery praktisch aus dem Nichts fiel.

In der zweiten Halbzeit wirkten dann die Bayern alles andere als zögerlich, mit dem Anpfiff hellwach und mit Zug zum Tor fiel auch gleich das 2:0 nach der Pause durch Klose.

Der Doppelschlag vor und nach der Pause zeigte nun seine Wirkung: Lissabon zerfiel in seine Einzelteile. Der 11m von Ribery besiegelte die Niederlage und brach den losen Widerstand endgültig.

Der kleine Franzose legte dann noch Toni zwei Tore auf, quasi als Wiedergutmachung für den in der 42. Minuter verwehrten Torschuss.

Alles in allem hat Bayern ganz solide gespielt, mit den bekannten Schwächen in der Defensive, vor allem in Halbzeit eins. In der zweiten Hälfte war denn quasi jeder Schuss ein Tor, so das Lissabon demoralisiert das Spiel herschenkte.

Bleibt zu hoffen, dass sich am Sonntag nicht wieder so eine Bauchlandung ereignet wie nach dem 5:1 Sieg in Stuttgart zu Rückrundenbeginn. Spannung hochhalten, den Gegner erst nehmen, alles geben. Nur so kann es auch in Bremen klappen.

DFB-Pokal: VfB Stuttgart – FC Bayern München 1:5 (0:3)

Souverän, stellenweise sogar beeindruckend war das Spiel gestern gegen den VfB, dabei waren mir im Vorfeld schon wieder zu viel geredet worden über „Dasbestetrainingslagerderwelt“ und „wirkönnenunsnurselbstschlagen*. Sogar während der Vorbereitung murmelte ich leise ein „Immer schön den Ball flach halten.“ vor mich hin, da Bayern dort ebenfalls zum gigantischen Favoriten stilisiert wurde.

Alle Tore „VfB Stuttgart – FC Bayern München“ auf Youtube

Mir erschiend das alles nämlich suspekt: Das Trainingslager verlief harmonisch, die Vorbereitungssspiele wurden allesamt gewonnen, niemand hat sich verletzt – toitoitoi – (ok, Poldi konnte nicht mitmachen, schwamm drüber) und der ausgeliehene Donovan scheint kein völlig blinder Vertreter seiner Zunft zu sein.

Als Vertreter der Gummiband-Theorie (nach der einem wenn es eine Weile gut läuft, das Gummiband umso heftiger ins Gesicht knallen wird), habe ich also nicht wirklich mit einem schönen Spiel in Stuttgart gerechnet, sondern mit einem schweren. Machbar schon, ja – aber eben schwer.

Das es dann so leicht und locker sein würde, hätte ich wahrlich nicht gedacht.

Die turmhohe Überlegenheit gestern, durch das schnelle und präzise Passspiel zeigt sich gestern dann in 5 Toren. Ausserdem wirkte das Zusammenspiel, genau wie die Laufwege jetzt schon bereits sehr gut abgestimmt.

Ze Roberto war wieder überall zu finden, Toni hat gut mitgespielt und sein obligatorisches Tor gemacht, genau wie Schweinsteiger der Ribery gezeigt hat, wie man einen 11-Meter zu verwandeln hat: Nach typisch deutscher Art eben: Rein das Ding – und gut iss! :-)

Von mir aus hätte es ja nach dem 5:0 munter weiter gehen können, aber der Rekordmeister liess dann gut sein und sparte seine Kräfte für den Bundesligaauftakt am Freitag in Hamburg.

Die Nordlichter werden nach dem Spiel gestern gewarnt sein und auch ohne den gesperrten Bald-Bayer Olic, 100% und mehr geben, um dem alten Rivalen ein Bein zu stellen.

Wir werdens erfahren. Ich freu´ mich drauf…

Endlich ist wieder Fussball :-)

UEFA-CUP: Hinspiel RSC Anderlecht – FC Bayern München 0:5 (0:2)

„Das wir eine ganz enge Kiste heute für Bayern!“ meinte noch mein Kollege Holger eine Stunde vor dem Anpfiff des Hinspiels im UEFA-CUP-Achtelfinales in Anderlecht. „Nö, das wird eher eine ganz klare Sache!“ antwortete ich, auch ohne tiefergehende Kenntnisse des belgischen Fussballs, die sich mit der Aufzählung von Jean-Marie Pfaff, Enzo Scifo, Daniel van Buyten und Vincent Kompany auch ziemlich erschöpfen.

Alles andere als erschöpft, ist wohl der FC Bayern nach dem überzeugenden 5:0 Auswärtssieg (!) beim belgischen Rekordmeister. Denn nur eine viertelstunde lang zeigten die Belgier so etwas ähnliches wie Engagement und schafften als Krönung einen Schuss an den Pfosten von Rensings Tor. Damit endeten allerdings die Bemühungen der Hausherren, die alles in allem einfach zu harmlos und ohne Einsatzfreude auftraten.

Alle Tore auf Dailymotion

Die ersten 20 Minuten liefs trotz dem 1:0 durch den Gewaltschuss von Altintop etwas hakelig, die Belgier kamen besser aus den Startlöchern und wirkten agiler. Danach übernahmen die Bayern die Kontrolle und spielten ruhig und souverän nach vorne. Luca Toni gelang es, sich mit der gesamten Abwehr und den Zuschauern anzulegen. Während die Zuschauer sich nur mit Pfiffen revanchieren konnten, gingen die Belgier in den Nahkampf – und ihm somit auf den Leim – Resultat war eine Gelb-Rote für Wasilewski kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Toni selbst kassierte zwar auch eine Gelbe und ist somit für das Rückspiel gesperrt, aber beim dem Endergebnis – so what? Er verabschiedete sich trocken mit dem 2:0 nach eine Flanke von Lahm nur Sekunden vor dem Halbzeitpfiff.

In der zweiten Halbzeit kam für ihm Klose und auch Schweinsteiger machte Platz für den anfangs geschonten Ribéry. Der Franzose war glänzend aufgelegt und sorgte wieder für mehr Zug nach vorne. Nach einem Konter bediente er Podolski und zehn Minuten später Klose zur endgültigen Entscheidung.

Anderlecht stellte ob solcher Dominanz und Überlegenheit den Spielbetrieb beinahe gänzlich ein und tat nur noch das nötigste zur Schadensbegrenzung, Bayern spielte locker die Zeit runter und versuchte einige schön anzuschauende Kombinationen, allerdings ohne die allerletzte Konsequenz im Abschluss zu suchen – bei dem Spielstand allerdings auch nur allzu verständlich.

Franck Ribérys direkter Freistosstreffer zum 5:0 kurz vor Schluss, war krönender Schlusspunkt einer tadelosen Vorstellung im Uefa-Cup, die bei etwas konsequenterer Chancenverwertung noch etwas höher hätte ausfallen können.

Mal schauen, was mein Kollege morgen zu dem Ergebnis sagt. Bestimmt hatte er mit der „engen Kiste“ das Spiel seines Hamburger SV in Leverkusen gemeint. Ganz sicher.