13. Spieltag: Borussia M’gladbach – FC Bayern München 2:2 (0:1)

Selbst gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte schafft es der Rekordmeister erneut nicht, einen hohen Vorsprung nach Hause zu bringen. Etwas über zwei Minuten in Gladbach haben gezeigt, das die Abwehr, genau wie die wiedergefunden geglaubte „Mir san Mir„-Mentalität, auf äußerst wackligen Beinen steht.

Die Verteidigung sah bei beiden Gegentreffern mehr als amateurhaft aus. Demichelis darf vor dem Anschlusstreffer Friend niemals so zum Kopfball gehen lassen und Lell hätte den Ball unmittelbar vor dem Ausgleich – von mir aus mit dem am Boden liegenden Colautti – auf die Tribüne dreschen müssen.

Eigentlich war es ja wie so oft: Gegen einen am Boden liegenden Gegner zu früh den Gang rausgenommen und dann am Ende nicht mehr in der Lage gewesen wieder Gas zu geben.

Die Nachlässigkeit mit der wir die Gegner wieder aufbauen ist so etwas von unnötig! Das es gegen Schalke schon nicht ins Auge ging, war zu weiten Teilen Schalkes Unfähigkeit und etwas Glück geschuldet. Das es gegen Gladbach letzten Endes in die Hose gegangen ist zeigt, daß der Rekordmeister bis zur letzten Minute konzentriert und engagiert zu Werke gehen muss um erfolgreich zu sein.

Klinsmann hat noch vielen Schrauben zu drehen, denn im Vergleich zu Hitzfeld steht er um einiges schlechter da. Mit nahezu identischer Mannschaft hat er es geschafft, im ersten Saisondrittel soviele Gegentore einzufangen, wie in der gesamten letzten Saison. Selbst das wäre zu verschmerzen, wenn sich wenigstens das Spiel nach vorne merklich verbessert hätte. Und das ist definitiv nicht eingetreten. Weder ist etwas von der Dominanz, noch vom schnellen vertikalem Spiel in die Spitze zu sehen, welches der kalifornische Reformator zu Saisonbeginn dem Rekordmeister beibringen wollte.

Meine einzige Hoffnung ist das sich in der Winterpause etwas tut. Änderungen an der Zusammensetzung des Kaders plus eine konzentrierte Vorbereitung sind von Nöten, wenn das dieses Jahr etwas werden soll. Mit Klinsmann und dem Titel.

12. Spieltag: Schalke 04 – FC Bayern München 1:2 (1:2)

Bayern holt drei Punkte auf Schalke, aber meine Freude über den Auswärtssieg hält sich in Grenzen. Ist fast schon peinlich. Denn eigentlich darf man für 45 Minuten Passivität nicht belohnt werden, aber wenn du den Ball so ideenlos nach vorne spielst wie Gelsenkirchen es heute getan hat, gehörst du auch bestraft. Aber mei… es gibt halt so Spiele: Mehr Spielanteile, mehr Eckbälle aber trotzdem geht nichts rein.

Schalke war über weite Teile die spielbestimmende Mannschaft, verpasste es aber in der ersten Halbzeit mehr als ein Tor zu machen. Die Bayern-Verteidigung war nicht immer ganz auf der Höhe des Geschehens, Lucio wirkte in einigen Momenten sehr unentschlossen, Oddo und Ze Roberto auf den Außen ließen zu viel durch.

Mitten hinein in die optische Überlegenheit der Schalker dann die erneute Führung nach einem tollen Zusammenspiel zwischen Zé Roberto und Ribéry. Zwei Chancen – Zwei Tore. Daran hatten die Blauen -sorry- zu kauen. Das Knirschen der Schalker Zähne nach dem 1:2 war sogar bei uns im wilden Süden zu vernehmen.

In der 2. Hälfte entschied sich Klinsmann dafür den Stahlhelm aufzusetzen, den eigenen Strafraum mit Abwehrbeton zu verkleiden und die Schalker kommen zu lassen. Brachte dann Lell für Zé Roberto sowie Ottl für Toni. Der Gegner schaffte es aber trotzdem kaum, den Ball gefährlich in Richtung Rensing zu befördern. Der junge Torwart brachte aber selbst noch mal etwas Würze in die Partie, indem er einige Male seine Defizite bei hohen Bällen im offenbarte. Zum Wegschauen schlecht das.

Geschenkt.

Letztendlich wird keine Sau danach fragen WIE diese 3 Punkte auf dem Konto gelandet sind. Trotzdem schäme ich für die 2. Hälfte: Ein klein wenig für die 45 Minuten Abwehrschlacht, etwas mehr für Luca Tonis Schauspielkunst und ganz ganz arg für den Pfostenschuss von Sosa in der Nachspielzeit.

11. Spieltag: FC Bayern – Arminia Bielefeld 3:1 (1:1)

Eine Prognose mit schalem Beigeschmack: In nicht allzuferner Zukunft, wird der Sieg gegen die Betonmischer aus Bielefeld der Stadt-die-es-nicht-gibt nicht wegen den grausamen Fehlpässen in der ersten Halbzeit, den Toren oder gar der Systemumstellung in der Halbzeit in Erinnerung bleiben, sondern wegen dem endgültigen Bruch zwischen dem FC Bayern München und Lukas Podolski.

Klinsmann gab am Samstag Mittelfeldspieler Borowski und damit einem 4-5-1 den Vorzug vor dem einzigen einsatzfähigem Stürmer auf der Bayern-Bank. Lauter kann eine Ohrfeige nicht schallen. Schon im Vorfeld hatte Uli Hoeneß bei einer PK Podolskis Einstellung kritisiert.

Podolski gab darauf in der zweiten Halbzeit mit guter Leistung eine sportliche Antwort, legte danach aber nochmals direkt und indirekt, verbal und mit seiner unangemeldeten Reise direkt zum Boxkampf von Felix Sturm, nach.

Die Beziehung zwischen Lukas Podolski und dem Rekordmeister, die nie mehr als eine Zwangsehe und nie eine Liebesheirat war, divergiert seit Monaten auseinander und hat ohne Zweifel einen neuen Tiefpunkt erreicht. Klinsmanns Erklärung mit: „Wir wollten auch Lukas ein bisschen kitzeln“ wirkt im Nachhinein gekünstelt bis peinlich.

10. Spieltag: Eintracht Frankfurt – FC Bayern 1:2 (0:0)

Die Frankfurter sind zum Glück nicht ganz so nervig wie Murmeltiere. Denn während die letzteren bekanntlich täglich grüßen, müssen wir uns im Normalfall (d.h. ohne die theoretisch möglichen DFB-/Liga-/Europapokal-Spiele) nur zweimal im Jahr mit ihnen abgeben.

Gestern war es ja wieder soweit und es war wie erwartet. Ein Schweinespiel. Eingeigelt in der eigenen Hälfte und ohne jegliche Ambitionen im Offensivspiel lies man die Bayern kommen. Deren Engagement lies nach einer kurzen Drangperiode am Anfang stark nach, so das man die meiste Zeit damit beschäftigt war zuzuschauen, wie der Ball von den Münchenern zwar kontrolliert, aber nicht gefährlich Richtung Nikolov gebracht werden konnte. In der Offensive mangelte es erneut an Laufbereitschaft, Tempo und Ideen.

Frankfurt kam mutiger aus der Kabine und wurde dann durch das Eigentor belohnt. Allerdings genügten zwei Geniestreiche von Ribéry und Klose um das Spiel wieder zu unseren Gunsten zu drehen.

Das danach das Fussballspielen fast komplett eingestellt wurde und nur noch die Frankfurter am Ball waren, ärgert mich immer noch grenzenlos, interessierte aber bereits eine Sekunde nach dem Schlusspfiff keine Sau mehr.

Geschenkt.

Nicht vergessen dagegen sollte der Trainerstab die Leistungen von Podolski und Oddo. Poldi gelang im nächsten Spiel von Beginn an rein gar nichts. Unnötige Ballverluste/Fehlpässe, merkwürdige Laufwege und nur eine halbe Torchance. Gegen defensiv aufgestellte Teams ist er momentan ohne jeglichen Nutzen.

Oddo´s erste Halbzeit war auch zum davonlaufen. Fehlpässe und Stockfehler am laufenden Band, dazu noch Flanken die in ihrer Sinn- und Ziellosigkeit an Willy Sagnol erinnern lassen. Zweite Halbzeit ging dann grad so.

Neidisch auf Hoffenheim

Ich gebe es zu: Ich bin neidisch auf Hoffenheim. Nein, nicht auf den Tabellenplatz und nicht auf Mäzen Dietmar Hopp, sondern auf den Feinschmecker-Fussball den die Truppe von Ralf Rangnick Woche für Woche in den Bundesligastadien zelebriert.

Was Klinsmann in München versprochen hat, findet nämlich in Hoffenheim statt: Schneller Kombinationsfußball, aggressives Pressing, blitzschnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und ein unwiderstehlicher Zug zum Tor. Das alles mit einer Truppe die nicht wahllos mit Softwaremillionen zusammengekauft wurde, wie Rummenigge in der gestrigen Halbzeitpause von sich gab, sondern die das Ergebnis ist von Kontinuität, beachtlicher Trainingsarbeit und exzellentem Scouting, basierend auf einer mutigen Vision.

Der FC Bayern ist diesen weg bisher nicht gegangen, sondern hat seit jeher versucht mit „viel Geld“ eine schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. Dabei war der gesamte Hoffenheimer Kader zu Saisonbeginn soviel Wert wie Franck Ribéry und das linke Bein von Luca Toni zusammen (also ca. 35 Mio €).

Für die bisherige Leistung gebührt dem Aufsteiger größter Respekt und Anerkennung. Spätestens einen Tag vor Nikolaus wird Rummenigge das ebenfalls so sehen. Dann spielt nämlich die TSG in der Allianz Arena.

9. Spieltag: FC Bayern München – VfL Wolfsburg 4:2 (1:2)

Bayern-Spiele in dieser Saison sind alles andere als langweilig. Nach dem 4:2 Heimsieg am 9. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg stehen 20 erzielten Toren, 15 Gegentreffern gegenüber, dazu rettete bereits ein halbes dutzendmal das Aluminum für den Rekordmeister. Es ist wirklich so, wie Marcel Reif während der Übertragung sagte: „Sagen Sie nicht, sie hätten in der Allianz Arena nichts erlebt!“.

Bayern lag nach schwacher, blutarmer erster Halbzeit mit 1:2 hinten. Wie so oft hatten die München mehr Ballbesitz, war aber ohne Geistesblitze und Dynamik im Spiel nach vorne. Wolfsburg wartete ab und als die Bayern-Bemühungen nach der ersten Viertelstunde nachliessen, spielten Sie munter nach vorne. Dabei spielten die vielen Ballverluste der Hausherren im Spielaufbau den Niedersachsen in die Karten, insbesonders Lucio, Oddo und Lell verstolperten viel zu häufig die Bälle. Die gesamte Abwehr war, wie am Dienstag gegen Florenz, selten auf der Höhe des Geschehens. Demichelis wirkte ungewohnt fahrig und hätte nicht gegen Dzeko grätschen müssen, auch wenn es letzten Endes kein Foul war. Ebenfalls völlig indiskutabel: Lell und Riberys Abwehrverhalten vor dem 2:0 – Hasebe hätte nie und nimmer Flanken dürfen!

Die 20 Minuten danach waren Fussball zu Abgewöhnen. Riberys Anschlusstreffer 5 min. vor der Pause, kam aus heiterem Himmel, war aber letzlich Gold wert.

Klinsmann erkannte in der Halbzeit was zu tun war und wechselte Borowski für den unterirdisch spielenden Oddo ein und rüttelte damit die Positionen kräftig durch: Ze Roberto machte Platz für den Neuen und ging nach links Hinten. Dafür durfte Lell wieder auf seine heimische rechte Seite.

Das die neue linke Seite der Bayern – Version 2.0 sozusagen – dann alle drei Tore eingeleitete, bzw. mit Ze Roberto und Borowski die personifierte Umstellung an allen Toren beteiligt war, dürfte Klinsmann mit Zufriedenheit registriert haben.

Auch wenn am Ende ein Sieg rausgesprungen ist: Das Ergebnis lügt auch diesmal – zumindest ein bischen. Das 5:2 durch Ottl wäre das guten zuviel gewesen und hätte die unterirdische Leistung in der ersten Halbzeit übertüncht. Die Defensivleistung der Bayern war wieder einmal unter aller Kanone. Selbst nach dem Ausgleich kam Wolfsburg zum Abschluss und Demichelis musste den Ball von der Line kratzen, Schäfer darf Rensing den Ball an die Latte nageln und und und…

Oddo und Podolski sollten das Spiel ganz schnell vergessen. Beide fanden nie richtig ins Spiel, verstolperten Bälle schon bei der Annahme oder leisteten sich haarsträubende Fehlpässe.

Klose, Borowski und Ze Roberto hingegen können sich rühmen, Klinsmanns Pläne perfekt umgesetzt zu haben. Für mich der Wendepunkt in diesem Spiel.

Achillesferse: Hinten links ganz L-l-lahm

Was nicht hätte passieren dürfen, ist gestern doch passiert: Bayern Linksverteidiger Phillip Lahm hat sich eine Sprunggelenksverletzung im rechten Fuß zugezogen und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Die Zeitung mit den vier grossen Buchstaben faselt sogar etwas von einem Mittelfußbruch. Nicht zu fassen, wenn das wahr wäre…

Jedenfalls hat es den einzigen Linksverteidiger in der Mannschaft erwischt. Selbst schuld, da niemand für Ersatz gesorgt hat.

Für die nächsten Spiele gibts für Klinsmann nur zwei Möglichkeiten: Entweder spielt der gerade genesene Christian Lell hinten links (also auf der für ihn „falschen“ Seite) oder Klinsmann stellt wieder um auf das gelobte/gescholtene 3-5-2 System.

Ein Vorschlag für das Wolfsburg-Spiel: Dreierkette hinten, van Bommel und Ze Roberto davor. Schweinsteiger und Ribery auf die Flügel, Bankdrücker Toni Kroos zentral hinter den üblichen Verdächtigen Spitzen.

————————Rensing————————–
———–Lucio———Demichelis——VanBuyten——
————–van Bommel ———Ze Roberto————
Schweinsteiger———————————Ribery—-
———————–Kroos—————————–
—————Klose—————-…Toni—————

8. Spieltag: Karlsruher SC – FC Bayern München 0:1

Puh. War das ein hartes Stück Arbeit gegen den KSC. Mit dem späten Siegtreffer durch Krisenstürmer Miro Klose, sind Hoeness und Klinsmann (und auch mir!) eine Wagenladung an Zeigelsteinen von den Herzen gefallen.

Dabei sah es zu Beginn ganz gut aus. Aber aus der Überlegenheit in der Anfangsphase ist nicht zählbares rausgesprungen und nach dem Karlsruher Lattentreffer verlor Bayern jeglichen Zug zum Tor. Bayern ohne Ideen und Kreativität, Podolski und Klose hingen meist wirkungslos im Niemandsland. So liefen sich die Münchener immer wieder in der gut organisierten karlsruher Hälfte fest.

Stellenweise war ich sprachlos, ob der präsentierten bayrischen Ideenloskeit. Ich meine: Während der Trainer in der Öffentlichkeit von schnellem, vertikalem Spiel nach vorne redet, zeigt die Mannschaft massig Quer- und Fehlpässe. Ob es an den Länderspielstrapazen lag? Who knows… Aber wie harm- und zahnlos wollen wir uns denn noch präsentieren, bitte? Immer wieder der lange Hafer in Richtung gegnerisches Tor, Verzweiflungsschüsse aus der zweiten auf dritten Reihe und immer wieder die unnötigen Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Zum Schreien.

Okay, die drei Punkte sind dank Oddo und Dauerkrisenstürmer Klose im Sack, aber wie soll das denn in den kommenden Spielen aussehen? Ribéry noch weit weg von der Normalform der letzten Saison, Toni und Klose angeschlagen. Soll etwa die zweite Garde um Borowski und Sosa die Punkte gegen Florenz holen? Soll Podolski in nächster Zeit den Alleinunterhalter im Sturm spielen? Na, wir werden es erleben.

Ich kann nur hoffen, dass der Sieg heute in der ganzen Mannschaft genug Kräfte frei setzt, um die nächsten Paarungen erfolgreich zu bestehen, damit die Klinsmann-Basher auf Dauer verstummen.

Klinsmann Performance Index (KPI) Update: Spieltag 7

Leider kann es nach den letzten drei Spielen (2:5 gegen Bremen, 0:1 gegen Hannover und 3:3 gegen Bochum) nur in eine Richtung gehen: Abwärts!

Der Klinsmann Perfomance Index fällt ähnlich rapide wieder DAX von 2.9 auf 1.9 Punkte. (Auf einer Skala von -5 bis +5).

Ein Punkt aus drei Spielen ist eine äußerst magere Ausbeute, die nicht nur den verwöhnten Bayern-Fans, sondern ganz besonders auch Bayern-Grantlern wie uns, gewaltig auf den Magen schlägt.
Noch ist es viel zu früh um an Klinsmanns Stuhl zu sägen, auch wenn die zahlreichen Schmierfinken des Boulevards genau das gerne sehen würden.

7. Spieltag: FC Bayern München – VfL Bochum 3:3 (2:1)

Alter Schwede! Hab ich gerade Dampf auf dem Kessel!

Die 2 Tore Führung und damit den sicher geglaubten Sieg gegen Bochum zuhause noch vergeigt und sich um den Lohn der harten Arbeit gebracht. Selbst schuld wenn man vor dem Abpfiff den Gang raus und den Gegner nicht mehr ernst nimmt.

Im Moment kriege ich vor lauter Ärger nicht mehr zusammen… Später mehr.