Vorschau 3. Spieltag: FC Bayern München – Hannover 96

Vorschau 3. Spieltag: FC Bayern München - Hannover 96

Der Zirkus bleibt diesen Samstag in der Stadt: Der FC Bayern München empfängt an diesem Samstag Hannover 96 in der Allianz Arena.

Hannover in München? Da war doch was… Am 11. Spieltag der letzten Saison gewannen die Niedersachsen in der bayrischen Landeshauptstadt mit 0:1 und fügten dem Rekordmeister die 4. Saisonniederlage in der laufenden Saison zu. Die pomadige, beinahe an Selbstaufgabe grenzende, erbärmliche Präsentation der Mannschaft war ein schwerer Schlag in das fußballerische Selbstbewusstsein, von der sich die Mannschaft und die Fans die ganze Saison nicht mehr erholen sollten.

Momentan ist dieser Gefühlszustand aber gefühlte 5 Jahre her, denn es herrscht eine unglaubliche Euphorie rund um den FC Bayern München und seine neuen Stars wie Franck Ribéry, Luca Toni und Miroslav Klose.

Die Auftritte im Ligapokal, der gute Start gegen Rostock und der deutliche 0:4 Auswärtssieg bei Titelanwärter Werder Bremen an letzten Wochenende haben dafür gesorgt, dass der FCB momentan als das fußballerische Maß im deutschen Fußball gehandelt wird. Allerdings sollte trotz der sichtbar höheren spielerischen Substanz im Vergleich zu den letzten Jahren, niemand leichtsinnig werden, denn Hannover hat (wie alle anderen Mannschaften auch) als Underdog nichts zu verlieren.

Dabei ist die Truppe von Dieter Hecking durchgängig gut besetzt und hat letzte Woche 3 Punkte beim Karlsruher SC mitgehen lassen. Lustig: Mit Hanke und Brdaric stehen zwei Stürmer im Kader, die ich aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen überhaupt nicht leiden kann. (Getoppt wird diese Antipathie nur noch, durch die gegen Schmierlappen Wiese, but thats a different Story… ;-))

Bayern dagegen ist, nach dem Ausfall von Miroslav Klose, in vorderster Front alleine auf Luca Toni angewiesen, der seine Sache aber in Bremen glänzend gemacht hat. Da Podolski noch nicht fit ist und Sandro Wagner noch keine große Bundesligaerfahrung besitzt wird Hitzfeld voraussichtlich auf ein 4-2-3-1 System setzen, d.h. Ze Roberto und Van Bommel in der Zentrale und davor mit Zaubermaus Ribery, Hamit Altintop, dem wieder genesenen Schweinsteiger und eben Luca Toni im Sturm, vier Offensivkräfte, die erneut für ein ähnlich schönes und effektives Spiel wie gegen Bremen sorgen sollen.

Bei allem Tordrang sollte die Defensivarbeit auf keinen Fall vernachlässigt werden, denn Hannover kommt wie schon oben erwähnt, nicht nur zum zuschauen in den Zirkus, sondern will ganz sicher eine besonders gute Vorstellung bieten, um von allen völlig unerwartet, vielleicht doch nicht mit ganz leeren Händen nach Hause zu fahren.

2. Spieltag: Werder Bremen – FC Bayern München 0:4 (0:1)

Aufstellung 2. Spieltag: Werder Bremen vs. Bayern München

Sagen wir doch mal frei heraus wie es war: Werder Bremen hat nicht nur ein Bundesligaspiel verloren. Nein, betrachtet man die 2. Halbzeit, wurden im eigenen Stadion von den Bayern überrollt, gedemütigt und blamiert!

Das die Rückkehr ins Weserstadion nicht einfach werden würde, war Miroslav Klose wohl im Vorfeld bereits klar. Das er aber vorsätzlich von Naldo verletzt werden würde, hätte aber niemand wirklich erwartet. Gleich im ersten Zweikampf trat Naldo den Nationalstürmer rotwürdig vom Platz. Das Schiedrichter Merk dem Brasilianer dafür nur die Gelbe Karte zeigte, ist mir unbegreiflich. Das Prestige-Duell gegen England nächste Woche muss deshalb wohl ohne Klose stattfinden.

Zum Fussball: Eine Halbzeit lang konnten die Norddeutschen gegen Bayern mithalten, phasenweise sah das was sie auf dem Rasten fabrizierten besser aus, aber mehr als optisch überlegen waren sie nicht. Diego mühte sich redlich das Spiel nach vorne anzukurbeln, scheiterte jedoch an der guten Defensive der Münchener. Was unter dem Strich dabei heraus kam war eine Chance für Sanogo, die Kahn sicher hatte und ein Schuss kurz vor der Pause, der am Bayern-Tor vorbeistrich.

Bayern dagegen mit Selbstbewusstsein um dem Wissen um die eigenen Fähigkeiten immer bemüht den Ball schnell nach vorne zu spielen, allerdings in der ersten Hälfte viel zu oft überhastet und unpräzise. Als dann schliesslich doch ein Pass von Ribéry auf Toni durchkam, der dann im Strafraum von Pasanen gelegt wurde, hies es nach dem lässig vom Franzosen verwandelten Elfmeter 0:1 zur Halbzeit.

Durch die verletzungsbedingte Umstellung in der Pause (Altintop kam für den verletzten Klose) stand die Bayern-Elf sicherer und lies gegen bemühte – aber harmlos agierende – Bremer nicht viel zu und konnte schon in der 51. Minute mit einem toll herausgespielten Konter nach einem Bremer-Eckball das vorentscheidende 0:2 (durch Luca Toni, nach einer Vorlage des eben eingewechselten Altintop) feiern. Danach fielen die Bremer schneller auseinander, als ein Kartenhaus im Wind, denn Bayern war danach absolut tonangebend: Sicher in der Abwehrarbeit, lauffreudig und mit Zug zum Tor.

Die endgültige Entscheidung in der 79. Minute nach einer tollen Ballannahme von Ribéry, der Luca Toni losschickt, der dann gegen eine aufgerückte Bremer Abwehrm den Ball mit Übersicht auf den freistehenden Altintop zum 0:3 bedient war Fussball zum Zunge schnalzen! Der Sonntagsschuss von Ottl ein paar Minuten später machte dann die Bremer 0:4 Demütigung dann perfekt. Es gibt eben so Tage, da passt dann alles.

Welch eine Wohltat für geschundene Bayern-Anhänger sind Tore, wie das 0:3 von Altintop oder die Tricks von Franck Ribéry, nach den Grottenkicks in der letzten Saison! Wie schön zu sehen, das ein Lell solchen Einsatz zeigt, das ein Demichelis in der Defensive kompromisslos und mit toller Übersicht abräumt und ein Zé Roberto im Mittelfeld die Räume eng macht.

Aber bleiben wir auf dem Teppich: Es ist erst der 2. Spieltag und Bremen war noch lange nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Allerdings gilt das auch für den FC Bayern. Ein so überzeugender Sieg gegen die Bremer war vor Beginn der Saison nicht überall als ein logisches Ergebnis der Einkaufs- und Verstärkungspolitik des Bayern-Managements gehandelt worden. Schade nur, dass sich diese Mannschaft dieses Jahr nicht in der Champions League präsentieren darf.

Und noch ein letztes Wort zu Miroslav Klose und seinem Ex-Arbeitgeber: Klose mag zwar humpelnd aus dem Stadion gegangen sein, aber im Gegensatz zu Werder Bremen ging er nicht am Stock :->

>> Alle Tore auf DailyMotion

Vorschau: 2. Spieltag Werder Bremen – FC Bayern München

Aufstellung 2. Spieltag: Werder Bremen - FC Bayern München

Was hat sich denn die DFL dabei gedacht, gleich zwei brisante Duelle am 2. Spieltag der Bundesligasaison zu terminieren?

Im ewige jungen Nachbarschaftsduell im Ruhrgebiet treffen Schalke und Dortmund aufeinander. Die Mutter aller Derbys, zumindest in Deutschland. Dortmund steht nach dem peinlichen 0:2 gegen Duisburg zuhause gleich unter Druck, während Schalke darauf brennt sicherlich darauf, sich für die in der letzten Saison in Dortmund vermasselte Meisterschaft zu rehabiliteren.

Zeitgleich kommt es ca. 250km weiter nördlich bittet der SV Werder den FC Bayern zum Tanz. Besondere Brisanz hat dieser Nord-Süd-Schlager natürlich nicht nur aufgrund seiner farbenfrohen Geschichte, sondern aufgrund der Ereignisse in der letzten Saison bzw. dem Transfer-Gezänk um Miroslav Klose und seinen Wechsel nach München.

Der Betroffene selbst gibt sich vor seiner Rückkehr an seine alte Wirkungsstädte ganz gelassen und möchte sein 100. Bundesligator gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber machen. „Ich bin nicht nervöser als vor jedem anderen Spiel und will auch in Bremen treffen.“ Man darf gespannt sein, wie das Norddeutsche Publikum bei seiner offiziellen Verabschiedung vor dem Spiel reagieren wird. Aber was auch letztlich passiert: Da muss er durch.

Die Bayern-Verantwortlichen üben sich im Vorfeld dieser trotzdem brisanten Partie in Demut und sind schon zufrieden, wenn wir „nicht verlieren“. Natürlich stehen Bremen viele wichtige Spieler aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung, unter anderem auch Womé, Borowski und Frings, dennoch ist die Schaaf-Elf um die Mittelfeld Brasilianer Diego und Carlos Alberto ein hochklassigeres Kaliber, als es Hansa Rostock letzte Woche war.

Apropos Hansa: Im Vergleich zur letzten Woche muss Ottmar Hitzfeld auf Marcell Jansen verzichten. Da Sagnol noch nicht fit ist, hat der Bayern-Trainer die Wahl zwischen Lell und Altintop für die Position des Rechten Aussenverteidigers. Bis auf Jansen wird vorraussichtlich die Formation vom ersten Spieltag auf dem Platz, wenn Hitzfeld nicht doch noch auf ein 4-2-3-1 umsteigt.

Letztlich ist ja auch egal wer wie auf dem Platz steht: Bayern muss zeigen, das es auch gegen die direkten Konkurrenten um die deutsche Meisterschaft und gerade auch in Bremen punkten kann. Auch die Art und Weise des Auftretens in der Höhle des Löwen wird sehr wichtig sein: Gilt es doch auch gerade dort, das teuer erkaufte neue Leichtigkeit, das schnelle Spiel nach vorne und das urbayrische Selbstbewusstsein, offen an den Tag zu legen und die Tabellenführung zu verteidigen.

1. Spieltag: FC Bayern München – Hansa Rostock 3:0 (1:0)

Aufstellung 1. Spieltag FC Bayern München - Hansa Rostock

Man könnte das Spiel gegen Rostock in einem altbekannten Satz zusammenfassen: „Geld schiesst eben doch Tore“, allerdings würde das nicht ganz der Leistung des FC Bayern gestern gegen Hansa Rostock genügen.

Souverän und unaufgeregt erspielte der Rekordmeister gegen hoffnungslos überforderte Hansestädter einen Drei-Tore Sieg heraus, bei dem die beiden neuen Angreifer Miroslav Klose (2x) und Luca Toni die Treffer machten. Die ersten 30 Minuten waren schön anzuschauender Angriffsfussball, den man so in seiner Form wohl schon lange nicht mehr erlebt hat. Ribéry ist jetzt schon das Herzstück einer messerscharfen Offensive, die sich jetzt schon gegenseitig prima ergänzt.

Generell: Ein dickes Lob an die ganze Mannschaft: Schon in Spiel 1 der neuen Saison sind bestimmt mehr km zurückgelegt worden, als in den 34 letzten Spieltagen zusammen. Und Hut ab vor Hitzfeld! Sein Schachzug Toni doch von Anfang an zu bringen war genial und gegen tief stehende Rostocker wohl auch nötig, denn mit der Hilfe des italieners kamen Kloses Fähigkeiten noch besser zur Geltung.

Nächste Woche geht es gegen den SV Werder Bremen, was einen ersten „echten“ Härtetest für die neue Bayern-Truppe bedeutet, während Werder nach dem dünnen 2:2 gegen Bochum sicherlich heiss darauf sein wird, gegen den Erzfeind aus dem Süden einen Big-Point zu landen. Bayern dagegen wird auch im hohen Norden die neuen Muskeln spielen lassen wollen… ich erwartet einen wirklich heissen Tanz nächsten Samstag.

Ach ja: Und wenn wir in der Art weiterspielen, muss ich mir einen neuen Untertitel für Fehlpass.com ausdenken ;-)

Vorschau: 1. Spieltag FC Bayern – Hansa Rostock

Gleich mal vorneweg: Wir werden Meister! Warum? Weil wir es einfach werden müssen! Punkt!

Auf dem Papier eine ganz klare Sache: Einerseits der grosse FC Bayern München, mit Transferausgaben von ca. 70 Millionen und einer generalüberholten Truppe, andererseits die altehrwürdige Hansa-Kogge, gerade aufgestiegen und doch schon mit leichter Schlagseite. Keine Verstärkungen im neuen Kader, wegen Knatsch in der Führungsetage. Ob das der Mannschaft den Rest geben wird? Man darf gespannt sein, wie der alte Beinlich ein Jahr Bundesliga verkraften wird.

Aber selbst mit einem Weltklasse-Beinlich wird es dieses Jahr schwer für Rostock. Klarer Abstiegskandidat Nr.1 in diesem Jahr. Aber gerade solche Spiele sind knüppelhart: Ein Gegner der sich partout weigert mitzuspielen und 90 Minuten lang Beton anmischt um dann durch eine Standardsituation vielleicht doch noch zu Tor zu kommen.

Bayern wird ohne Luca Toni und nur mit Klose als einzig nomineller Sturmspitze in der im Ligapokal verwendeten 4-2-3-1 Formation auflaufen in der Ribéry den Takt angibt. Hansa ebenfalls mit Verletzungssorgen.

Bis sich die Bayern-Elf blind versteht wird es noch einige Spieltage dauern, aber auch ohne auf vollen Touren zu laufen müsste es zu einem ungefährdeten Heimsieg reichen. Und falls es das nicht tun sollte, haben wir schon die Blamage – aber die droht uns nach diesen Transfers ja 34. Spieltage lang.

Endlich Bundesliga – Es geht wieder los

Bundesliga 2007/2008 1. Spieltag:

VfB Stuttgart – FC Schalke 04 2:2

Was waren das doch für laaaaange Wochen ohne Bundesliga Fussball. Weit und breit keine WM- oder EM-Spiele die einem als Ersatzdroge über die trostlosen Tagen helfen könnten. Dabei helfen auch keine Vorbereitungsspiele oder Liga-Pokal Auftritte, so nett anzuschauen sie in diesem Jahr auch waren.
Und über die Zeit davor, musste sich der Fussballjunkie mit den letzten Wasserstandsmeldungen des deutschen und internationalen Transfermarktes über Wasser halten, drohte doch der Gesprächsstoff rund um das runde Leder gar vollends zu versinken.

Aber wie dem auch sei – die harte fussballlose Zeit ist seit heute Abend vorbei! Meister Stuttgart bat Vize Schalke zum Eröffnungsspiel der Bundesligasaison 2007/2008 und alles an allem wurde es ein unterhaltsames Spiel in dem beiden Mannschaften mit dem Ergebnis zufrieden sein können. Stuttgart kam gut ins Spiel, lag aber nach einem unglücklichen Eigentor von Hilbert 0:1 hinten. Nach der Pause dann Schalke am Drücker, allerdings machten jetzt die Stuttgarte die Buden. Als dann aber das Spiel vollends zu Gunsten der Schwaben zu kippen drohte, tanzte der Schalker Neuzugang Rakitic Meira vor dem Stuttgarter Strafraum aus und netzte zum 2:2 Ausgleich und Endstand ein.

In der Folgezeit konzentrierte sich Schalke darauf, das Unentschieden über die Zeit zu retten, während Stuttgart die Genauigkeit im Zuspiel nach vorne fehlte. Vor allem Boka verliert die hinten souverän erkämpften Bälle zu schnell im Angriff.

4 Tore, davon ein Elfmeter, in einem Spiel mit hohem Unterhaltungswert. Danach kann man ruhig mach süchtig sein. :-)

Morgen: Bayern – Hansa Rostock. Man darf gespannt sein, wie sich der Underdog aus dem Osten gegen die hochaufgerüsteten Münchener schlägt.

Trotzdem: (frei nach Nicole) Sommerpause ist und bleibt ein Arschloch! :-D

Ailton hat auch Humor!

MSV Duisburg hat nicht mit Ailton nicht nur einen ehemaligen Torschützenkönig, sondern auch einen grossen Sprücheklopfer zurück in die Bundesliga geholt. Aus der Kicker-Telefon-Aktion ist folgender Dialog überliefert:

Anrufer: „Ey Ailton, was geht ab? Wie werde ich mal Profi?“
Ailton: „Du musst sein wie der junge Ailton: Viel trainieren, viel laufen, viel Disziplin haben.“

Bundesliga bei Premiere für 19,99 Euro/Monat

Das ging aber fix!
Kaum hatte das Bundeskartellamt seine Zustimmung zu Sublizensierung der Übertragungsrechte von arena erteilt, gibt es auf der Premiere Homepage bereits das Abo namens „Premiere Bundesliga“ zu bestellen.

19,99 Euro pro Monat verlangen Kofler und Konsorten für das zeigen der 1. und 2. Bundesliga plus Liveübertragungen aus der Primera División. Für den doppelten Preis des damaligan arena-Angebotes erhält man also wahrscheinlich nichts, plus grenzdebile Kommentare von Fritz von Thurn und Taxis, dem inkompetentesten Kommentator in der Geschichte der Fussballübertragungen.

Mit der Premiere 5er- oder 7er-Kombi kostet das Paket Premiere Bundesliga zusätzlich 9,99 Euro/Monat. Am 1. August startet Premiere sein neues Angebot mit einem neuen Bundesligasender, welches das bisherige Arena-Angebot ablösen wird.

Wenigstens bleibt uns dafür Oliver Welke in seiner arena-hüpfburg erspart… :->

PS: Champions-League und Europaliga kostet natürlich weiterhin 9,99 Monat extra.

Kurzsichtig hoch zwei

Trotz vieler Neueinkäufe ist alles beim FC Bayern alles beim alten geblieben, insbesondere die Kurzsichtigkeit der Handlungen von Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge. So musste sich erst Neueinkauf Luca Toni in einem Testspiel verletzen damit den Herren auffällt das ein bundesligatauglicher Stürmer im Kader fehlt.

Ich hätte nicht gedacht, dass sicher der Verkauf Makaays schon vor dem Saisonstart bemerkbar machen würde :->

Natürlich sind es nur 10 Tage Trainingspause für Toni, allerdings hat der aufgrund seiner Fuss-Operation seit März nicht mehr richtig trainieren können und ist meilenweilt davon entfernt in guter körperlicher Verfassung zu sein.

Die Alternative Lukas Podolski befindet sich aufgrund seiner Probleme mit dem linken Knie im Aufbauprogramm und wird bestenfalls in 4 Wochen auf dem Rasen zu bewundern sein. Alternative Zwei, Jan Schlaudraff braucht aufgrund seiner Rückenbeschwerden mindestens genauso lange. Der Fünfte im Bunde, Roque Santa Cruz geniesst noch seinen Urlaub nach der Copa und ist auf dem Sprung zu einem der Istanbuler Clubs (Besiktas, Galatasaray oder Fenerbahce) bzw. bei Betis Sevilla und bei Manchester City ein Thema, das sich hoffentlich bald von selbst erledigen wird.

Bleibt also noch Sandro Wagner als Stürmer Nummer zwei neben Miroslav Klose, aber ob er die Lücke zumindest teilweise füllen kann, darf bezweifelt werden.

Klar, so drei verletzte Stürmer auf einmal sind schon echtes Pech, allerdings passieren nunmal solche Dinge im Fussball. Man darf gespannt sein, ob Ottmar Hitzfeld bis zur Genesung von Luca Toni sein System auf 4-5-1 umstellen oder Wagner bzw. einem anderen Spieler aus der 2. Mannschaft eine Chance geben wird.

Alles Toni? – Eine Frage des (neuen?) Systems

Bei Bayern bewegt sich etwas: Nach Sosa, Altintop, Schlaudraff und Marcell Jansen kommt Luca Toni als 5. Neuzugang für die neuen Saison 2007/2008. Alles Welt fragt sich: Wer kommt als nächstes? Toni-Kollege und ehemaliger Hamburger Thomas Ujfalusi? Oder doch Queresma oder Ribery?

Bleiben wir bei den Fakten – Luca Toni kommt für 11 Mio Ablöse. Mit Blick auf die vergangene und kommende Saison stellt sich jedoch die Frage: Ist der Kauf eines neuen Mittelstürmers die Lösung für das schlechte Bayern-Spiel? Lasst uns ein wenig in die Glaskugel schauen…

Ein Makaay in durchschnittlicher Form hat in dieser Saison insgesamt 16 Tore gemacht und das nicht _mit_ sondern _trotz_ der tollen Unterstützung aus dem Mittelfeld. Er hat, genau wie seine anderen Sturmkollegen Podolski und Pizarro, immens unter der Einfallslosigkeit des Mittelfelds gelitten und wurde selten gut eingesetzt oder bekam saubere Vorlagen, sondern musste sich sehr oft selbst ins Mittelfeld zurückfallen lassen um _überhaupt_ mal Bälle zu bekommen. Unter Magath probierte sich der gelernte Stürmer sogar als Spielmacher, da sonst niemand beim FC Bayern diese Aufgabe übernehmen wollte.

Und genau das ist das erste große Problem des Rekordmeisters: Das offensive Mittelfeld. Weder Roque Santa Cruz, noch Ali Karimi, Bastian Schweinsteiger oder Dos Santos konnten die Position vorne in der Raute effizient ausfüllen. Damit ist man als Stürmer schon einmal schwer im Nachteil, denn wer außer dem Mittelfeld kann einen schon mit Vorlagen füttern? Daher fielen in dieser Saison auch nur 55 Tore für den FC Bayern, während es in den letzten 4 Ballack- Jahren meist um die 70 Tore waren.

Die theoretischen Alternativen namens Sebastian Deisler und Mehmet Scholl waren in Wirklichkeit keine. Mark van Bommel kam als Heilsbringer aus Barcelona und stellte sich schnell als „Sechser“ statt als „Zehner“ heraus.

Zweites großes Problem: Die Abwehr. Ja, auch beim Anblick eines vom Namen her stark besetzten Abwehrverbundes mit Lahm, Lucio, van Buyten und Sagnol konnte einem Angst und Bange werden. Lucio und van Buyten – das funktioniert nicht wirklich. Kaum hatte sich einer der beiden Mal auf Normalform eingespielt, leistete sich der andere einen richtig schlechten Tag. Die Stürmer der Liga bekam dies natürlich auch zugetragen und so rannten sie in dieser Spielzeit erstaunlich respektlos in den Bayern Strafraum. Auch die Außen über Lahm und Sagnol überzeugten nicht in dieser Saison. Willy „Ich flank dann mal ins Nichts…“ Sagnol weiß offensichtlich noch nicht, wen er wie anspielen sollte, wobei man ihm in der Defensive nicht viel vorwerfen kann. Sein gegenüber Phillip Lahm sollte sich dringend einige neue Laufwege und Finten, am besten einen echten Linksfuss zulegen. Das dachten sich wohl auch die Bayern-Verantwortlichen und verpflichteten einen: Marcell Jansen. Endlich!

Aber zurück zu Eingangsfrage: Ist der Kauf von Luca Toni die Lösung für das schlechte Bayern Spiel? Um das beantworten zu können, muss man das Spielsystem in der nächsten Saison hinterfragen. Betrachtet man die bisherigen Einkäufe Sosa, Jansen, Altintop, Schlaudraff, sowie die mögliche Kandidaten Robben, Klose sowie die Geister Queresma und Ribery zusammen mit den als sicher geltenden Abgängen von Pizarro und Santa Cruz, so hat es den Anschein das Bayern den Worten von Paul Breitner folgend keinen echten „Zehner“ besetzen will. Sinn machen würde ein 442 mit aktiven Außenpositionen und zwei zentralen Mittelfeldspielern. Für dieses System wäre ein kopfballstarker Strafraumstürmer wie Luca Toni zusammen mit einem Podolski als schnellem (hängendem) Stürmer eine große Verstärkung, nach der sich jeder Fußballtrainer die Hände reiben würde. Sollte allerdings wirklich noch Klose kommen, gibt es ein Problem mit Makaay, denn jeder von denen wird regelmäßig spielen wollen. Also entweder wieder die Hitzfeld-Rotation einführen oder Roy Makaay schweren Herzens verkaufen?

Zusammengefasst: Luca Toni ist eine sinnvolle Verpflichtung, wenn Hitzfeld wirklich beabsichtigt oben erwähntes 442 spielen zu lassen. Trotzdem fehlt es an der Kreativität im Mittelfeld. Und egal ob jetzt Klose, Podolski oder Toni nächste Saison im Sturm des FC Bayern auflaufen: Alleine kann keiner von denen die Tore nicht schießen.