Taumelnd ins Saisonfinale! (Teil 4)

34. Spieltag 2006/2007:
FC Bayern München – FSV Mainz 05 5:2 (3:0)

Endlich. Die Saison ist vorbei. 3060 Minuten (größtenteils hässlicher Bayern-) Fußball liegen also nun hinter uns. Viel wird davon nicht im bayrischen Gedächtnis hängen bleiben, denn eigentlich ging es ja um nichts mehr. Mainz war bereits abgestiegen und München darf sich nach langer Abstinenz mit dem 4. Platz im Uefa-Cup versuchen.

Über das Spiel selbst gibt’s nicht viele Worte zu verlieren da es eh bedeutungslos geworden war – abgesehen von der Verabschiedung der beiden oben genannten. 30 Minuten lang bot der FC Bayern wieder mal nur den Standfussball, der den Verein die CL-Qualifikation gekostet hat. Erst nach dem 1:0 – RSC wurde mal wieder mit dem Ball am Kopf getroffen – ging die Mannschaft engagierter zu Werke, lies Ball und Gegner laufen und nutzte die sich zwangsläufig bietenden Chancen gegen beinahe körperlos spielende Mainzer.

Unvergessen wird allerdings das letzte Tor von Mehmet Scholl bleiben. Damit beendete der „letzte Dribbler“ (Spiegel) seine Karriere in München. Auch der „Dauerläufer“ Hasan Salihamidzic machte sein letztes Spiel für München. Bei dem Abschied der alten Hasen konnte selbst ein ansonsten hartgesottener Uli Hoeness die Tränen nicht verhindern. Schön das auch so einem erfahrenen Haudegen der Abschied so nahe ging.

Anyway. Klappe zu – Deckel drauf. Die Abrechnung folgt ganz bestimmt. Hier, auf diesem Kanal :->

Taumelnd ins Saisonfinale! (Teil 3)

33. Spieltag 2006/2007:
Energie Cottbus – FC Bayern München – 0:3 (0:2)

Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, das es für uns diese Saison um die Goldene Ananas und damit um rein gar nichts mehr geht. Das Spiel gegen Cottbus war nicht mehr als ein lauer Samstagnachmittagskick ohne Wert, bei dem unsere scheidende Südamerika-Connection Claudio Pizarro und Röckchen noch einmal Werbung in eigener Sachen machen durften. Pizarro zeigte sich sehr einsatzfreudig und holte auch den Elfmeter heraus. RSC dagegen hatte nach langer Durststrecke mal wieder ein Tor gemacht, wobei böse Zungen behaupten, das er versehentlich an der Rübe getroffen wurde :->

So oder so: Hoffentlich wird es als das allerletzte Tor und (vor)letzte Spiel von RSC für den FC Bayern in die Geschichtsbücher geschrieben und danach hoffentlich _ganz_ schnell verbranntvergessen werden.

Das Saisonfinale gegen Mainz wird eine ganz traurige Sache werden: Nicht das wir fast gänzlich ohne Innenverteidigung spielen müssen, da Lucio und Van Buyten ausfallen, sondern weil Mainz 05 aller Wahrscheinlichkeit nach das letzte Mal für mindestens eine Saison in der Bundesliga antreten wird.

Mit Mehmet Scholl, Owen Hargreaves, Hasan „Brazzo Salihamidzic”, Ali Karimi, Claudio Pizarro und Roque Santa Cruz werden gleich sechs Angestellte des FC Bayern aus den Unterschiedlichsten Gründen (Rente, Verkauf, Vertragsende etc.) zum letzten Mal in den Vereinsfarben auflaufen.

Gleichzeitig mit dem Schlusspfiff wird eine mehr als durchwachsene Saison endlich ihr Ende finden und ich hoffentlich ein bisschen Ruhe – aber nur bis die nächsten Transfergerüchte ins Kraut schiessen.

Taumelnd ins Saisonfinale! (Teil 2)

32. Spieltag 2006/2007:
Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München – 1:1 (0:1)

Auch gegen den bisher einzig feststehenden Absteiger dieser Saison gelang dem FC Bayern zum dritten Mal hintereinander kein Sieg.
Zwar erspielten sich die Bayern reihenweise gute Torgelegenheiten in Halbzeit eins, jedoch hatte Claudio Pizarro wohl die Seuche am Fuß â€“ denn mit Pech im Torabschluss alleine lässt sich solch eine dürftige Chancenausbeute nicht erklären.

Ich möchte jetzt auch keineswegs die Leistung von Heimeroth im gladbacher Tor schmälern, aber wenigstens zwei oder drei der vielen, sich bietenden Gelegenheiten hätte Herr Pizarro doch bitteschön als gelernter Stürmer ja wohl verwandeln dürfen. Von den beiden Gelegenheiten, bei dem er den besser postierten Kollegen Makaay ignoriert hat, will ich jetzt mal gar nicht reden…

Nach der Pause bot sich ein umgekehrtes Bild: Gladbach kam angespornt und gallig aus der Kabine und drängten sichtbar auf den Ausgleich. Nach einem Alibi-Abwehrversuch meines neuen Lieblingsduos Lell/Van Buyten gelang Kluge der Ausgleich.
Danach nahm sich Insua ein Beispiel an Pizarro und versiebte mehrfach gute Möglichkeiten vor dem Bayern-Tor.

Alles in allem aber war es ein gerechtes Unentschieden, in einem Spiel das keinen wirklich Sieger verdient hatte.

In der Tat gab es nach dem Spiel nur Verlierer:
Gladbach muss nach einem grauenhaften Jahr für mindestens eine Saison ins Unterhaus. Duelle mit Bayern gibt’s frühestens 2008/2009 wieder.

Sollte es noch irgendeine Resthoffnung bei Claudio Pizarro auf eine Vertragsverlängerung beim FC Bayern München gegeben haben, dürfte sich das Thema allerallerspätestens nach diesem Auftritt erledigt haben. Bis Saisonende sollte Hitzfeld dem jungen Ngwat-Mahop eine Chance geben.

Apropos Saisonende: Christian Lell und Daniel Van Buyten werden sich nach den letzten Leistungen eben jenes so schnell wie nur möglich herbeiwünschen. Lell ist bei weitem keine Alternative zu Willy Sagnol. Er tut zu wenig für den Spielaufbau und hat große Defizite im Zweikampfverhalten. Und: Daniel van Buyten: Als Abräumer gegnerischer Flanken vor und im eigenen Strafraum zwar sehr nützlich, ist er zu Boden aber in etwa so beweglich und Antrittsschnell wie ein Panzer auf Glatteis.

Taumelnd ins Saisonfinale! (Teil 1)

31. Spieltag 2006/2007:
FC Bayern München – Hamburger SV 1:2 (1:0)

Hätte man mich vor Saisonbeginn gefragt wo ich mir den FC Bayern drei Spieltage vor Ladenschluss in der Tabelle haben möchte – ich hätte den 4. Platz gewählt.
Ja wirklich. Seit Jahr und Tag dem Start von Fehlpass.com predigen Matthias und ich den Umbruch für die in die Jahre gekommene Champions-League Sieger Mannschaft von 2000/2001.

Nur – Wie nötig dieser personelle Umbruch wirklich nötig ist, wurde der Vereinsführung in Gestalt von Uli Hoeness nicht wirklich erst in den letzten 3-4 Spieltagen deutlich, oder?
Wenn dem wirklich so sein sollte, leidet Hoeness und die gesamte Vereinsführung an kollektiver Betriebsblindheit gepaart mit einer überdimensionalen Selbstüberschätzung.

Der Kader insgesamt liegt leistungsmäßig gerade mal so über dem Bundesligadurchschnitt – nicht nur wegen der verdienten Niederlage gestern zuhause gegen den HSV.

Die Fakten:
————-
2007:10 Niederlagen nach 31 Spieltagen, 1,48 Tore/Spiel.1,19 Gegentore/Spiel
2006: 3 Niederlagen nach 31 Spieltagen, 1,93 Tore/Spiel, 0,87 Gegentore/Spiel
2005: 5 Niederlagen nach 31 Spieltagen, 2,0 Tore/Spiel, 0,87 Gegentore/Spiel

Die Verteidigung ist „dank“ Van Buyten und Lucio schlechter als die Jahre davor. Der Angriff grauenhaft und das durchdachtes Aufbauspiel ist quasi nicht vorhanden.

Das eigentliche wunderliche daran ist die Tatsache, das wir bis zum letzten Spieltag an eine CL-Qualifikation geglaubt haben, ohne es allerdings auch nur ansatzweise in dieser Saion verdient zu haben.
Zum Glück sind die Mannschaften nicht mehr so wackelig und fahren zielstrebig ihre Punkte ein – da hilft auch kein Dummgeschwätz aus der Säbener Strasse (Remeber „Weihnachtsmann/Osterhase“?).

*seufz*
Mehr später…

Osteuropa wir kommen!

30. Spieltag 2006/2007:
VfB Stuttgart – FC Bayern München 2:0 (2:0)

«Es ist unfassbar, was sie abliefern», sagte VfB-Teammanager Horst Heldt nach dem Spiel in die zahlreichen Mikrofone. Dabei legte er kein sorgenvolles, entgeistertes Gesicht an den Tag denn er sprach stolz und zufrieden über den souveränen 2:0 Sieg seiner Schützlinge und nicht über den harmlosen, blutleeren Auftritt des FC Bayern München.

Vor allem in der ersten Halbzeit spielte sich der VfB Stuttgart phasenweise in einen Rausch und damit die Münchener an die Wand. Stuttgarts dynamisches und lauffreudiges Mittelfeld in Gestalt von Pardo, Khedira, Hitzlsperger, Hilbert und Lauth, waren ihren Gegner in fast allen Belangen überlegen. Van Bommel, Hargreaves, Salihamidzic, Santa Cruz. Vier Namen die zwar auf dem Spielberichtsbogen standen, aber im Spiel einfach nicht stattfanden.

Das Bayern Spiel: Null Offensivaktionen, keinerlei Gegenwehr und dümmliche Tätlichkeitsversuche von Bommelchen.

Besonderes Lob geht wieder einmal an meinen „LieblingRoque Santa Cruz: Er schaffte es gemeinsam mit Van Buyten einen unfasslich (=unfassbar+unglaublich) bescheidenen Tag zu erwischen. Wäre der FC Bayern kein Fußballverein sondern ein Hochbaufirma: Santa Cruz müsste sich einen Bagger mieten und ganz tiefe Löcher buddeln.

Wie dem auch sei: Die zwei Tore von Cacau bedeuten für den FC Bayern vier Spieltage vor Saisonende die Teilnahme am UEFA-Cup. Also Chernomorets Odessa statt Chelsea, Ruzomberok statt Real. Litex Lovech statt Liverpool, Nach über 10 Jahren unterunterbrochener Teilnahme an der europäischen Konigsklasse darf der deutsche Rekordmeister in der nächsten Saison auf den vertrockneten Äckern in der osteuropäischen Provinz die Knochen hinhalten.

Vielleicht sollten wir Santa Cruz gerade deswegen noch ein Jahr behalten. Dankbarkeit mal ganz anders sozusagen.

Mehr dazu später… denn auch wenn ich geahnt habe wie diese Saison ausgehen wird, ist die Realität deprimierend.

Danke Holland!

29. Spieltag 2006/2007:
FC Bayern München – Bayer Leverkusen 2:1 (1:0)

Was gestern in der Allianz Arena gezeigt wurde, war alles andere als Erstliga-Fussball. Es war eher ein erneuter spielerischer Offenbarungseid des FC Bayern.

Wie schon so oft in der gesamten Saison fehlte es auch gegen die Pillendreher rechts vom Rhein an einem Spielmacher. Leider war das zentrale Mittelfeld nicht die einzige Schwachstelle im Bayern-Spiel.

Philipp Lahm hatte zwar einige gute Szenen im Spiel nach vorne, vernachlässigte aber einige Male sein Defensivspiel und ließ die Leverkusener über seine Seite zu oft zu einigen guten Möglichkeiten kommen. Seit der WM wirkt der Linksaußen unkonzentriert und unfit. Vielleicht würde ihm eine kleine Auszeit gut, doch gerade jetzt im Saisonendspurt fehlt es an Alternativen auf der Ersatzbank. Marcell Jansen wäre eine. Dadurch könnte Lahm auch mal auf Rechts eingesetzt werden bzw. bei Bedarf rausrotieren.

Roque Santa Cruz´ LeidensZeit beim FC Bayern dürfte so langsam dem Ende entgegen gehen. Beim Spiel gestern wirkte er -so schwach wie eh und je- als Verkörperung des Bayern-Problems: Gedanklich zu langsam, ideenlos am Ball, unbeweglich und lauffaul. Kein einziges mal zeigt er zumindest körperlichen Einsatz, der insbesondere dann gefragt ist, wenn es spielerisch nicht läuft. Seine Auswechslung eine Viertelstunde vor Schluss wirkte wie eine Erlösung – für die Zuschauer in der Allianz Arena, die seinen Abgang mit einem Pfeifkonzert untermalten.

Ganz anders hingegen: Mark van Bommel. Nicht nur aufgrund des Führungstores für mich ein kleiner Lichtblick. Er war sichtlich bemüht das Spiel zu ordnen und wirkte sehr bissig in seiner Abwehrarbeit – die Leverkusener hatten sichtlich keinen Spaß daran, gegen ihn zu spielen. Auch in seiner Körpersprache wirkte er wie ein echter Antreiber. Weiter so!

Sein Landmann Roy Makaay sorgte mit seinem Treffer zur zwischenzeitlichen 2:0 Führung letztendlich dafür, das die Münchener am VfB Stuttgart dran geblieben sind und nächste Woche im direkten Duell gegen die Chance haben, den Schwaben den 3. Platz und die Teilnahme an der Champions League Qualifikation zu entreißen.

Doch dafür sollten sich noch einige im Kader ein Beispiel an Mark van Bommel nehmen. Nur nicht Roque Santa Cruz. Der sollte lieber schon einmal seine Koffer packen.

Es wird eng!

Ja richtig. Es wird wirklich eng. So richtig. In der Champions League gegen den AC Milan und auch in der Bundesliga beim Rennen um den dritten Platz.

Am Samstag in Hannover hatte 96 einfach nur Pech gegen solch eine schwache Bayern-Elf zu verlieren. Schwerfällig in Bewegung und in Gedanken standen die Bayern vor allem in der ersten Halbzeit in der AWD-Arena herum. Folgerichtig gerieten Sie kurz vor der Pause in Rückstand, nur um dann in der zweiten Halbzeit aus gefühlten zweieinhalb Chancen zwei Tore zu machen und die drei Punkte aus Niedersachsen einzufahren.

Doch da mit Schalke, Bremen und Stuttgart alle drei Mannschaften vor dem FC Bayern ebenfalls gewonnen haben, bleibt es beim zwei Punkte Rückstand auf die drittplatzierten Schwaben (4 auf Bremen, 6 auf Schalke).

Dumm, denn so ganz langsam gehen uns nämlich die Spiele aus. Noch 6 Spieltage stehen aus und bei dem Restprogramm mit Cottbus, Mainz, Gladbach und Hamburg – alles Mannschaften die sich mit Mann und Maus gegen den drohenden Abstieg stemmen werden – und auswärts gegen den VfB Stuttgart ist es alles andere einfach die Schwaben bzw. sogar die Bremer einzuholen.

Das Rückspiel am Mittwoch gegen den AC Milan wird die Richtung zeigen. Denn schafft es der FC Bayern tatsächlich unter die letzten (besten?) vier Mannschaften in Europa zu kommen, wird das der Mannschaft auch Selbstbewusstsein für den Endspurt in der heimischen Bundesliga freisetzen.

Im Zweifelsfall reicht es aber auch vollkommen aus, einfach die Champions League dieses Jahr zu gewinnen – Keine Frage :)

Ottmar Hitzfeld verlängert bis 2008

Ottmar Hitzfeld bleibt also doch länger als gedacht Bayern-Trainer. Nach seinen zuletzt immer „schwammigeren“ Antworten, in denen er nicht mehr eine Anstellung über den 30. Juni 2007 kategorisch ausschloss, ist diese Meldung aber keine wirklich große Überraschung.

Eine verständliche Entscheidung, wenn man die letzten Auftritte der Bayern-Mannschaft betrachtet. Hitzfeld hat es geschafft, aus einem verunsichert vor sich in taumelndem Team, eine stabiler und stetig souveräner werdende Einheit zu formen.Dazu hat er dazu beigetragen, dass sich ein neuer, guter Teamgeist entwickelt.

Auch im Hinblick auf die Spielersuche im Sommer, hat der FC Bayern eine gute Entscheidung getroffen: Hitzfeld hat durch seine lange Auszeit viele andere Spiele/r sehen und bewerten können. Er erkennt die Schwachstellen der Mannschaft und benennt sie. Nach diesem Kniefall von Rummenigge und Hoeness hat er sicherlich auch einige Spielerwünsche äußern dürfen.

Man darf also noch gespannter auf die Transferaktivitäten des FC Bayern im Sommer sein.

Real im Sinn, Berlin vor den Füßen und Schalke wieder in Sichtweite

24. Spieltag 2006/2007:
Hertha BSC Berlin – FC Bayern München 2:3 (0:2)

Wer hätte in dieser schlechten Saison je gedacht, dass ich mich jemals wieder so sehr über ein „typisches“ Bayern-Spiel der alten Sorte freuen würde?

Trotz einiger Wackler in der Abwehr gelang dem FC Bayern am Samstag ein verdienter und routinierter Sieg gegen schwächelnde Hauptstädter. Lukas Podolski zeigte sein bisher stärkstes Spiel für Bayern und war mit einem Tor und zwei Vorlagen der verdiente Spieler des Tages.

Er war sehr beweglich und hielt vorne die Bälle. Dazu zeigte er bei den beiden Assists gute Übersicht und bei seinem Volley-Treffer zum 0:2 die verloren geglaubte Schusstechnik aus Kölner Glanzzeiten.

Anders als Felix Magath hat Ottmar Hitzfeld den Jungen von Anfang an unter seine Fittiche genommen und ihm demonstrativ den Rücken gestärkt. Opfer dieser Entwicklung (Wenn man in diesem Zusammenhang mal von Opfern sprechen will: Die Südamerika-Combo mit Claudio Pizarro und Roque Santa Cruz, die sich in letzter Zeit immer öfter auf der Ersatzbank findet). Kein Verlust, wenn´s nach mir ginge.

In Podolskis Aufwärtstrend spiegelt sich auch ein Stück weit die Form des FC Bayern wieder. Zwar ist man weiterhin meilenweit von spielerischen Glanztaten entfernt, doch mit Coolness, Einsatz und Willen fährt man die Punkte ein, was natürlich doppelt so viel Spaß macht, wenn die Konkurrenz aus Gelsenkirchen und Stuttgart zeitgleich federn lässt.

Am Mittwoch im Champions-League-Knaller gegen Real Madrid kann sich der FC Bayern mit einem Weiterkommen noch mehr Selbstbewusstsein für die zuletzt so oft geschundene Bayern-Seele holen. Und falls das –irgendwie- wirklich gelingen sollte, müssen sich alle in der Liga ganz warm anziehen. Versprochen.

Tonnenweise Sand Steine im Getriebe

20. Spieltag 2006/2007:
1. FC Nürnberg – FC Bayern München 3:0 (1:0)

Himmel war das schlecht. Da erwartet man nach dem peinlichen 0:0 gegen Bochum eine Trotzreaktion und was bekommt man angeboten? Eine verdiente 3:0 Niederlage gegen Nürnberg.

Die 90 Minuten wurden zu einem Offenbarungseid der Mannschaft. Gegen diese abgezockten Nürnberger war in dieser miserablen Form überhaupt nichts zu holen. Kein Mannschaftsteil hat es auch nur annähernd geschafft Normalform zu erreichen.

Kann mir eigentlich jemand mal erklären, was mit unseren Weltklasse-Außenverteidigern Sagnol und Lahm los ist? Beide sind nicht mal mehr ein Schatten ihrer selbst und wirken –auch gedanklich- sehr langsam und stehen dabei sehr häufig falsch. Und diese Innenverteidigung erst! Wie oft will dieser Lucio noch planlos nach vorne stürmen? Wieviele Spiele brauchen er und der große Belgier noch, um sich „blind“ zu verstehen?

Vom Mittelfeld und Sturm will ich gar nicht erst anfangen, denn offensichtlich hat weder das eine noch das andere auf dem Spielfeld stattgefunden. Schlimm.

Mut- und phantasielos, memmen- und dazu noch fehlerhaft ging man gegen die Franken baden. Eigentlich nicht zu fassen.

Ottmar Hitzfeld durfte sich persönlich davon überzeugt, wie schlecht es um seinen erneuten Arbeitgeber steht und dieser Zustand ist nicht mal alleine seinem Nachfolger und Vorgänger Felix Magath anzulasten. In seiner Amtszeit hat er es gemeinsam mit Uli Hoeneß nicht geschafft, eine schlagkräftige, entwicklungsfähige Truppe zu formen, die zumindest Hoffnung für die Zukunft macht.

Ob Hitzfeld sich und dem Vorstand mit diesem kurzfristigen Engagement einen Gefallen getan hat? Wahrscheinlich wäre es hilfreicher gewesen, wenn man sich über das vorhandene Spielermaterial ausführliche Gedanken gemacht hätte, als um den Trainer. Am Ende der Saison sind wir schlauer.

Die Bayern-Mannschaft ist in einer tieferen Krise als in der Saison 1991/92, in der man mit Mühe und Not als Tabellenzehnter die Saison abschloss. Die gesamte Belegschaft, auf und neben dem Platz muss für die Zukunft personell und mental runderneuert werden, davon dürften heute auch die allerletzten Zweifler überzeugt worden sein.